Plakat Besazar

G. F. Händel

Belsazar

eine biblische Oper

Anna Bernacka
Sebastian Stengel
Götz Phillip Körner
Dietmar Sander
Michael Humann
Hannoversche Hofkapelle
Kantorei Herrenhausen

Inszenierung: Christoph G. Amrhein
Musikalische Leitung: Martin Ehlbeck

 

 

 

Unter der Gesamtleitung von Martin Ehlbeck und unter der Regie des Bonner Regisseurs Christoph G. Amrhein arbeiteten bekannte und erfahrene Künstler der hannoverschen Musik- und Theaterszene zusammen mit der Kantorei Herrenhausen, um eine neue Interpretation eines der bedeutenden Oratorien Händels zu realisieren.

Händels Belsazar wird vereinzelt auf die Spielpläne deutscher Opernhäuser gesetzt, jedoch werden die Möglichkeiten, biblische Stoffe wie Belsazar in Sakralräumen zu inszenieren, nur sehr wenig und mit großer Zurückhaltung genutzt. Groß ist die Angst dabei, sich mit Mitteln des Musiktheaters an Kirchen zu „versündigen“. Doch biblische Opern in der Kirche zu inszenieren folgt der Tradition mittelalterlicher Mysterienspiele. Schon damals boten die großen Kirchengewölbe mit Altarräumen, Apsiden, Lettnern und Stufen eine ideale Kulisse für das geistliche Szenario.

Zu stark wirkt außerdem eine Tradition, die die Werke des großen Händel als unantastbare Heiligtümer erscheinen lässt. Eine solche Haltung verkennt aber, dass sich zwischen dem Werk Händels und dem modernen Zuhörer eine Kluft geöffnet hat, die von Händel nie gewollt war. Die spezifische Sprache seiner Werke, die fest in den Denkgewohnheiten seiner Zeit verwurzelt ist und die dem damaligen Hörer geläufig war, ist für den heutigen Konzertbesucher allein durch Hören kaum noch nachvollziehbar. Daher wird das Konzerterlebnis eines Händelschen Oratoriums häufig auf ein ästhetisches Erleben reduziert, das der Vielschichtigkeit des Werkes allein nicht gerecht werden kann.

Das moderne Musiktheater, in dessen spezifischer Form sich die Gestik, die Sprache des Körpers und der Bilder zu Musik und Wort gesellen, bietet die Möglichkeit, die auch heute noch gültigen Aussagen der großen Werke Händels in ihrer Komplexität dem modernen Menschen über Jahrhunderte hinweg nahe zu bringen.

In der Herrenhäuser Kirche wurde im Altarraum eine Bühne errichtet, die den Zuschauern gutes Sehen ermöglichte. Auf der Bühne agierten neben einigen Statisten die folgenden Figuren: Belsazar, Nitocris, Daniel, Gobrias und Cyrus sowie die zwei Chorgruppen der Juden und der Babylonier. Das waren etwa 80 Personen. Vor der Bühne entstand ein Platz für das Orchester. Es wurd eine spezielle Beleuchtungsanlage eingerichtet, um die Bühne und den gesamten Innenraum der Kirche ins richtige Licht zu rücken. Die Szenerie wurde auch über starke Scheinwerfer erleuchtet , die außerhalb der Kirche vor dem großen Altarfenster installiert waren.

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